
Führer zu den Ferien Veneto
Venetien ist traditionell eine Region mit vielen touristischen Anziehungspunkten, sei es, weil Städte wie Venedig außerordentlich interessant sind, sei es, weil Reisen in diese Region landschaftlich und kunstgeschichtlich viel zu bieten haben.
Ab Verona überquert man Richtung Osten die reizvolle Ebene Obervenetiens und erreicht Soave mit Schloss und kreisförmigem Wall, von den Scaligeris (14. – 15. Jhdt.) erbaut.Weiter geht es nach Marostica, umgeben von Mauern aus dem 14. Jhdt., wo alljährlich auf der zauberhaften Piazza del Castello eine Schachpartie mit menschlichen Figuren ausgetragen wird und nach Bassano del Grappa, das viele Kunstschätze aus dem Mittelalter und der Renaissance beherbergt. In der Nähe liegt Asolo, eine Renaissancestadt mit pittoresken Arkaden und Castelfranco Veneto, Geburtsort von Giorgione, dessen Wohnhaus zu einem sehr interessanten Museum umgewandelt wurde. Das Stadtbild ist geprägt von wunderschönen Häusern aus dem 16. Jhdt., die sich hinter einem mittelalterlichen Wall verbergen.
Weiter im Norden besucht man Feltre, ebenfalls eine Festungsstadt aus alter Zeit mit berühmten Renaissancegebäuden und die Stadt Vittorio Veneto, in der sich landschaftliche und künstlerische Sehenswürdigkeiten vereinen (Teile des Altars im Dom sind von Tizian). An der Grenze zum Friaul liegt Portogruaro, eine Stadt voller wichtiger Beispiele für die Architektur der Gotik und der Renaissance.
Auch die Ebene Untervenetiens bietet Sehenswertes: Montagnana, dessen altes Stadtzentrum von Mauern aus dem 13. – 14. Jhdt. umgeben ist und den Dom im gotischen und Renaissancestil; Este mit seinem Reichtum an Renaissancegebäuden und Kirchen und Monselice, über dem sich ein Felsen erhebt (Teile eines Walls). An der Adria entlang fahrend, erreicht man Chioggia, ein reisvolles Lagunenstädtchen volle enger Straßen und Kanäle.
Überall in Venetien, besonders aber in den Provinzen von Treviso, Padua, Vicenza und Venedig findet man die sogenannten „Ville Venete“, Landhäuser von bemerkenswerter künstlerischer Ausgestaltung. Entstanden sind sie zwischen dem 15. und 19. Jhdt. Es gibt schätzungsweise 5000 Ville Venete, 1.400 davon wurden unter Denkmalsschutz gestellt. Künstlerisch besonders relevant sind diejenigen Villen, die in großer Zahl im 16. Jhdt. gebaut wurden, und zwar im Zuge historischer Ereignisse wie der Kriege gegen die Türken und dem Wettstreit mit Spanien um den Getreidehandel im Mittelmeer. Die Villen waren Zentrum sowohl der landwirtschaftlichen Produktion, als auch des familiären und gesellschaftlichen Lebens, von daher notwendigerweise rappresentativ ausgestattet für Empfänge, die man reichen, von der Stadt auf das Land gezogenen Großgrundbesitzern gab. Die besten Architekten jener Zeit lagen beim Bau der Villen miteinander im Wettstreit und der berühmteste ist ohne Zweifel Andrea Palladio, Architekt auch der großartigen Rotonda in der Nähe von Vicenza, die gleichzeitig das Berühmteste seiner Bauwerke darstellt. Will man sich auf angenehme und originelle Art und Weise in die Welt der venezianischen Villen begeben, besteigt man am besten eines der Dampfboote (Burchiello) auf dem Kanal (Riviera del Brenta), die zwischen Venedig und Padua verkehren.
Die abwechslungsreiche venezianische Landschaft bietet Raum auch für den traditionellen Tourismus. Im nördlichsten Teil gibt es berühmte Urlaubsorte, die für Sommer- und Wintersport geeignet sind, so z.B. Cortina d’Ampezzo im Herzen der Dolomiten, Arabba zwischen Sella und Marmolada, Auronzo im oberen Cadore Gebiet, Alleghe am Fuße des Monte Civetta, Sappada ganz oben im Norden und das Asiago Plateau. Berühmte und viel besuchte Urlaubsorte am Meer sind: Bibione, Caorle, Lido di Iesolo, Lido di Venezia, Sottomarina und Albarella, das auf eine Insel gebaut ist.
Am östlichen Teil des Gardasees liegen reizvolle Städte wie Lazise, Cisano, Bardolino, Garda, Torri del Benaco und Malcesine, in denen man in mildem Klima und schöner Mittelmeerlandschaft einen ruhigen Urlaub verbringen kann.
Wichtige Termen sind Recoaro, berühmt für sein Mineralwasser und den Wintertourismus, Abano, Montegrotto, Galzignano und Battaglia, alle in den eugenischen Hügeln gelegen.
Das Po Delta ist nicht nur ein sehr gutes Beispiel für weite Landschaften und unberührte Natur, es ist auch ein Paradies für birdwatching (zahlreiche Wasservögel). Ebenfalls empfehlenswert ist der Cansiglio Wald in der Gegend von Belluno, einer der größten italienischen Wälder. Zuletzt sollen noch die Lessini Berge genannt werden, die Speleologen unbedingt besuchen sollten (verschiedene Höhlen wie die Spluga della Preta 889 m tief), aber auch diejenigen, die sich für Fossile interessieren ( Fossile aus dem Eozän in der Nähe von Bolea).